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Playbook · Kapitel 9

Proof of Concept (POC) im Vertrieb: POC, POV und Pilot im Vergleich

Ein POC ist ein kurzer Test, der beweist, dass deine Software eine zentrale Kundenanforderung erfüllt. So grenzt du ihn von POV und Pilot ab.

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Ein Proof of Concept (POC) im Vertrieb ist ein kleiner Test mit fester Laufzeit. Er zeigt dem Kunden, dass deine Software eine zentrale Anforderung in seinem Umfeld erfüllt. Er beantwortet eine Frage: "Kann die Software, was wir brauchen?" Ein Proof of Value (POV) geht weiter. Er fragt, ob sie sich lohnt. Ein Pilot testet sie im Tagesgeschäft.

Das Wichtigste

  • Ein POC beweist, dass es funktionieren kann. Ein POV beweist, dass es sich lohnt, und ein Pilot, dass es im Alltag funktioniert. Jede Stufe dauert länger und kostet mehr.
  • Vereinbare vor dem Start klare, messbare Erfolgskriterien mit dem Kunden. Gib dem POC ein festes Start- und Enddatum.
  • Nicht jeder Deal (Verkaufsprojekt) braucht einen POC. Starke Referenzen, eine sehr spezielle Anforderung oder ein enger Zeitplan sind gute Gründe, darauf zu verzichten.

Was ist ein Proof of Concept (POC) im Vertrieb?

Ein Proof of Concept ist ein wichtiger Schritt im Presales-Prozess für SaaS-Lösungen. Er zeigt praktisch, wie ein Produkt die konkreten Probleme eines potenziellen Kunden löst. Ein erfolgreicher POC macht die Stärken des Produkts sichtbar und hebt es vom Wettbewerb ab. Er beschleunigt außerdem den Verkaufszyklus und ist der Anfang einer langen Kundenbeziehung. Damit der POC wirkt, musst du ihn sorgfältig auf die Anforderungen und Szenarien des Kunden zuschneiden.

Ein Proof of Concept funktioniert wie eine Probefahrt. Du interessierst dich für eine neue Software für dein Unternehmen. Bevor du dich festlegst, willst du sicher sein, dass sie eine bestimmte Sache kann. Also baust du ein kleines Experiment mit der Software auf. Du prüfst, ob sie diese Anforderung erfüllt. Es geht um eine Frage: "Kann die Software, was wir von ihr wollen?"

Die wichtigsten Punkte:

Kleiner Umfang: Du testest in engem Rahmen. Gerade genug, um zu sehen, ob die Software deine zentrale Anforderung erfüllt.

Kurze Dauer: Ein POC geht schnell und ist oft nach wenigen Wochen abgeschlossen.

Geringer Aufwand: Weil der Test klein ist, investierst du wenig Zeit und Geld.

Fokus: Das Hauptziel ist, eine bestimmte Funktion oder Fähigkeit zu bestätigen.

Proof of Value (POV)

Ein Proof of Value geht einen Schritt weiter. Es geht um den echten Nutzen, den die Software deinem Unternehmen bringt. Das kann mehr Effizienz sein, geringere Kosten oder andere konkrete Ziele. Der POV rechtfertigt die Investition. Er zeigt, wie die Lösung deine Probleme löst oder deine Abläufe verbessert. Für Entscheider ist das ein wichtiger Schritt. Auf die Frage "Kann es funktionieren?" folgt jetzt die Frage "Bringt es uns den Nutzen, den wir brauchen?"

Die wichtigsten Punkte zum POV:

Nutzen zeigen: Der POV zeigt den realen Nutzen und den ROI (öffnet in neuem Tab) der Lösung.

Business Impact: Im Fokus steht, wie die Lösung Abläufe verbessert, Kosten senkt oder dem Unternehmen anders hilft.

Spätere Phase: Ein POV folgt meist auf einen erfolgreichen POC und geht tiefer in die praktischen Folgen.

Was ist ein Pilot?

Beim Pilot bist du dir schon ziemlich sicher, dass die Software zu deinem Unternehmen passt. Also nutzt du sie in einem echten Szenario, aber in kleinerem Rahmen. So siehst du, wie sich die Software im Tagesgeschäft schlägt. Du erkennst Probleme früh und stellst sicher, dass sie gut mit deinen anderen Systemen zusammenspielt.

Die wichtigsten Punkte:

Größerer Umfang: Anders als beim POC nutzt du die Software unter echten Arbeitsbedingungen.

Längere Dauer: Ein Pilot kann mehrere Monate laufen. Du hast also genug Zeit für die Bewertung.

Mehr Ressourcen: Die Investition ist größer, weil du die Software im echten Betrieb einsetzt.

Umfassender Test: Du prüfst mehr als eine Fähigkeit. Du siehst, wie die Software in deine Abläufe passt, wie sie die Produktivität beeinflusst und ob sie viele Anforderungen erfüllt.

POC, POV und Pilot im Vergleich

Treppe aus drei Stufen, die in Umfang und Dauer wachsen. Der POC fragt, ob es funktionieren kann, mit einer Funktion in wenigen Wochen. Der POV fragt, ob es sich lohnt, mit Business Impact und ROI. Der Pilot fragt, ob es im Alltag funktioniert, mit echten Nutzern und Daten über mehrere Monate. (öffnet in neuem Tab)

Die Treppe aus POC, POV und Pilot. Jede Stufe beweist mehr und kostet mehr.

POCPOVPilot
Ziel: Zeigen, dass eine Technologie oder Software eine bestimmte Funktion oder Aufgabe in einer kontrollierten Umgebung erfüllt. Fokus: Technische Machbarkeit und Funktion. Umfang: Klein, oft auf eine Funktion begrenzt. Dauer: Kurz, meist wenige Wochen. Ergebnis: Klärt, ob die Lösung technisch tragfähig ist.Ziel: Den realen Nutzen der Lösung für das Unternehmen zeigen, etwa Kostensenkung, mehr Effizienz oder andere wichtige KPIs (öffnet in neuem Tab). Fokus: Business Impact, Nutzen und Return on Investment (ROI). Umfang: Breiter als ein POC. Im Fokus steht, wie die Lösung konkrete Geschäftsergebnisse beeinflusst. Dauer: Länger als ein POC. Je nach Komplexität einige Wochen bis einige Monate. Ergebnis: Zeigt den greifbaren Geschäftswert und stützt den Business Case für die Investition.Ziel: Leistung und Integration der Lösung in einer Live-Umgebung bewerten. Mögliche Probleme sollen vor dem vollen Rollout auffallen. Fokus: Betrieblicher Fit, Integration in bestehende Systeme, Akzeptanz bei den Nutzern und Wirkung auf die täglichen Abläufe. Umfang: Größer. Mehr Nutzer und Abteilungen sind beteiligt, der echte Einsatz wird genauer abgebildet als bei POC oder POV. Dauer: Lang, oft mehrere Monate. So wird die Wirkung der Lösung voll sichtbar. Ergebnis: Liefert ein umfassendes Bild der Leistung. Damit fällt die Entscheidung über den vollen Rollout fundiert.

Umfang und Fokus: Der POC ist am kleinsten und am stärksten fokussiert. Er prüft die technische Machbarkeit. Der POV erweitert den Blick auf Geschäftswert und Nutzen. Der Pilot ist ein voller Test im Betrieb und prüft Alltagstauglichkeit und Integration.

Ziel und Dauer: Der POC beweist technische Fähigkeiten in kürzester Zeit. Der POV zeigt den Geschäftsnutzen und braucht etwas mehr Zeit. Der Pilot testet den praktischen Einsatz in größerem Rahmen und ist die längste Phase.

Ergebnis: Jede Stufe baut auf der vorigen auf. Sie beginnt bei der technischen Machbarkeit (POC). Dann geht es zum Geschäftswert (POV). Am Ende stehen die Wirksamkeit im Betrieb und die Bereitschaft für den vollen Rollout (Pilot).

POC vorbereiten

Ein Proof of Concept ist eine zugeschnittene Vorführung. Er beweist den Wert eines Produkts im echten Umfeld und an den konkreten Problemen des Kunden. Bereite dich gründlich vor und mach den POC direkt relevant für das Umfeld des Kunden. Dann machst du mehr Interessenten zu Kunden. Und die Beziehung startet auf festem Boden.

Die Bedürfnisse des Kunden verstehen: Nimm dir zuerst echte Zeit für den Kunden. Versteh seine Probleme, seine Anforderungen und was er mit deiner Lösung erreichen will. Das brauchst du, um den POC zuzuschneiden. Es zeigt dem Kunden auch, dass dir seine Anliegen wichtig sind.

Klare Ziele festlegen: Kläre, was der Kunde sehen will und welche Probleme er mit deiner Lösung lösen will. Diese klaren, messbaren Ziele geben dem POC die Richtung vor. Sie sind auch der Maßstab für seinen Erfolg. Schreib sie auf, teile sie und hol dir die Zustimmung des Kunden. So sind sich beide Seiten einig, wie Erfolg aussieht.

Die Vorführung zuschneiden: Die Vorführung sollte das Arbeitsumfeld des Kunden abbilden und seine Daten und Abläufe nutzen. So wird der POC direkt relevant. Er wirkt stärker, weil er praktische Lösungen für die echten Probleme zeigt.

Die richtigen Leute einbinden: Ein POC braucht oft mehrere Fachleute, etwa Produktspezialisten, Solution Architects und Produktmanager. Mit der passenden Expertise läuft die Vorführung reibungslos. Fragen werden gut beantwortet, und technische Probleme löst ihr schnell.

Den POC durchführen

Ein gut durchgeführter Proof of Concept zeigt, wie eine SaaS-Lösung die konkreten Bedürfnisse eines potenziellen Kunden erfüllt. Er zeigt, was die Lösung kann. Und er schafft Vertrauen in ihren Wert und ihre Eignung für die Lage des Kunden. Ein kurzer Leitfaden:

Mit einer Geschichte starten: Beginne den POC mit einer Erzählung. Sie stellt die Probleme des Kunden dar und zeigt, wie deine Lösung sie beantwortet. So bleibt die Vorführung spannend und passt eng zum Umfeld des Kunden.

Den Nutzen der Lösung betonen: Zeig die Funktionen, die die konkreten Probleme des Kunden direkt lösen. Mach klar, welchen echten Nutzen und Wert sie bringen. Überfrachte den Kunden nicht mit jeder Funktion, die deine Lösung bietet.

Interaktion fördern: Ermutige den Kunden, während des POC Fragen zu stellen, Zweifel zu äußern und mitzumachen. So klärst du Bedenken sofort. Du zeigst, wie flexibel deine Lösung ist. Und du zeigst, dass du seine Bedürfnisse ernst nimmst.

Auf Bedenken schnell eingehen: Reagiere zügig auf Probleme oder Missverständnisse im POC. Wer Bedenken schnell löst, zeigt Reaktionsstärke. Und er zeigt, wie gut sich die Lösung an die Anforderungen des Kunden anpasst.

Mit Feedback abschließen: Fass am Ende den gezeigten Wert zusammen. Bestätige, wie die Lösung zu den Zielen des Kunden passt, und bitte um Feedback. Das Feedback kann positiv oder kritisch sein. So oder so hilft es dir, Vorbehalte zu verstehen, dein Vorgehen zu schärfen und die nächsten Gespräche zu steuern.

Erfolg über die Demo hinaus messen: Bewerte, wie gut der POC funktioniert hat. Achte auf die technische Umsetzung und darauf, wie er beim Kunden ankommt. Nutze Feedbackbögen für strukturierte Antworten. Sprich danach mit den Stakeholdern (Beteiligten), um genauere Eindrücke zu bekommen. Auch der Einfluss des POC auf den Zeitplan der Entscheidung ist ein Erfolgsindikator.

Warum ein POC, und wann verzichtest du besser darauf?

Ein Proof of Concept hilft einem zögernden Interessenten zur Entscheidung. Das sind die Gründe für einen POC und die Fälle, in denen du darauf verzichten kannst:

Er senkt das gefühlte Risiko: Neue Software kostet Geld, Zeit und Ressourcen. Ein POC nimmt Unsicherheit aus dieser Investition. Er zeigt in einer kontrollierten Umgebung, dass die Software wirkt. Das schafft Vertrauen.

Aus Versprechen wird ein Beweis: Pitches und Präsentationen vermitteln die Theorie. Ein POC zeigt ganz konkret, was die Software kann. Dieser greifbare Beweis stärkt das Vertrauen des Kunden in den Wert des Produkts deutlich.

Er beschleunigt die Entscheidung: Die Einführung von B2B-Software kann lange dauern. Ein erfolgreicher POC räumt Unklarheiten aus und festigt den wahrgenommenen Wert. So kommen Kunden schneller vom Abwägen zur Entscheidung.

Ein POC ist aber nicht immer der beste Weg. In diesen Fällen verzichtest du besser darauf:

Wenn andere Belege reichen: Manchmal belegen Fallstudien, Kundenstimmen oder Referenzen die Anforderungen des Kunden gut. Dann brauchst du oft keinen POC. Bewährte Erfolgsgeschichten wirken manchmal stärker und sparen Ressourcen.

Bei sehr komplexen oder speziellen Anforderungen: Sind die Anforderungen sehr detailliert oder speziell, ist ein aussagekräftiger POC schwer zu bauen. Er erfüllt die Erwartungen dann vielleicht nicht. Das kann Vertrauen kosten.

Bei knapper Zeit: Ein POC braucht viel Zeit für Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Bei engen Verkaufszyklen ist das oft nicht machbar. Dasselbe gilt, wenn dein Presales-Team mehrere wichtige Projekte gleichzeitig stemmt.

Entscheidungsweg für einen zögernden Kunden. Lass den POC weg, wenn Fallstudien oder Referenzen den Punkt schon belegen. Das gilt auch bei sehr komplexem oder speziellem Bedarf. Oder wenn der Zyklus knapp und das Team ausgelastet ist. Sonst mach ihn, mit vorher vereinbarten Erfolgskriterien. (öffnet in neuem Tab)

Was ist der Unterschied zwischen POC und POV?

Ein POC fragt: "Kann es funktionieren?" Er testet die technische Machbarkeit in kleinem Rahmen, oft innerhalb weniger Wochen. Ein POV fragt: "Bringt es den Nutzen, den wir brauchen?" Er misst den Business Impact, etwa Kostensenkung oder Effizienzgewinne. Meist folgt er auf einen erfolgreichen POC.

Wie lange dauert ein POC?

Ein POC dauert meist einige Wochen. Ein POV kann einige Wochen bis einige Monate laufen, ein Pilot oft mehrere Monate. Egal wie lang: Vereinbare vorab ein Start- und Enddatum. Ohne Enddatum wird ein POC zu einer endlosen Erkundung.

Wer führt einen POC durch?

In vielen Unternehmen richten die Professional Services die POC-Umgebung ein und konfigurieren sie. Presales legt mit dem Kunden die Ziele fest, schneidet den POC zu und führt durch die Geschichte. Sales hält ihn auf Linie mit dem Deal. Das Produktmanagement berät zu den passenden Funktionen. Manche Teams haben einen eigenen POC-Manager, der alles koordiniert.

Wie misst du den Erfolg eines POC?

Vergleiche das Ergebnis mit den Erfolgskriterien, die du zu Beginn mit dem Kunden vereinbart hast. Ergänze Feedbackbögen und Einzelgespräche mit wichtigen Stakeholdern. Auch eine schnelle Entscheidung nach dem POC ist ein gutes Zeichen, dass er funktioniert hat.

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