Gib einen Suchbegriff ein, um Kapitel, Beiträge, Lektionen und Seiten zu finden.

Demo & Präsentation

Lampenfieber besiegen: Praktische Techniken für Presales

Warum Präsentieren viele Presales-Leute nervös macht und was hilft: Vorbereitung, Fokus aufs Publikum, Atemtechnik und bewusste Pausen.

8 Min. LesezeitTeilen

Reden und Präsentieren gehören zum Kern jeder Presales-Rolle. Trotzdem ist die Angst vor dem Präsentieren für viele ein großes Hindernis. Ob Demo vor Ort, Präsentation per Video oder Vortrag auf einer Bühne: Wer seine Angst überwindet, nützt den Interessenten mehr. Er gewinnt außerdem ihr Vertrauen.

Hier findest du typische Ängste beim Präsentieren und praktische Techniken. Sie helfen dir im Presales, die Nervosität zu senken und besser zu präsentieren.

Warum machen Präsentationen Angst?

Angst vor Bewertung: Viele sorgen sich, wie das Publikum sie wahrnimmt. Oft steckt dahinter mangelndes Vertrauen in den eigenen Inhalt oder den eigenen Auftritt.

Perfektionismus: Viele glauben, ihre Präsentation müsse fehlerfrei sein. Das erzeugt unnötigen Druck.

Angst vor dem Unbekannten: Unvorhersehbare Fragen, Technikpannen oder unerwartete Reaktionen verstärken die Nervosität.

Unsicherheit bei der Technik: Gerade remote kommt die Sorge vor Pannen dazu. Ein Mikrofon fällt aus, das Video ruckelt. Das sorgt für zusätzlichen Stress.

Viel steht auf dem Spiel: Im Presales kann die Demo über den Deal (Verkaufsprojekt) entscheiden. Der Druck, gut abzuliefern, verstärkt die Angst.

Redeangst: Viele werden vor Publikum nervös. Sie fürchten, etwas zu vergessen, sich zu verhaspeln oder eine schwierige Frage zu bekommen.

Techniken gegen die Angst

Vorbereitung ist alles

Gründliche Vorbereitung gibt Sicherheit und nimmt Angst. Je besser du deinen Inhalt kennst, desto weniger bringt dich Unerwartetes aus dem Konzept.

So bereitest du dich vor:

  • Kenne dein Publikum: Richte deinen Inhalt auf die Pain Points (konkrete Probleme) und Sorgen deiner Interessenten aus. Wer personalisiert, zeigt: Ich bin vorbereitet und kenne eure Bedürfnisse.
  • Storyboard und Probe: Skizziere den Ablauf deiner Präsentation und probe sie mehrmals. Ein Probelauf glättet die Übergänge und nimmt Unsicherheit.
  • Technik testen: Teste bei einer Remote-Präsentation vorher Kamera, Mikrofon und Internetverbindung. Bei Terminen vor Ort bist du früh da und baust in Ruhe auf.

Das Publikum einbinden

Wenn du deinem Publikum wirklich helfen willst, wandert der Fokus weg von dir. Er richtet sich auf die eigentliche Aufgabe: ihre Probleme zu lösen. Dafür brauchst du Interaktion. Ob Umfragen, Fragerunden oder direkte Beteiligung: Wer das Publikum einbindet, baut eine Beziehung auf und fühlt sich weniger allein.

Atmung und Achtsamkeit

Beruhige deine Nerven vor dem Start mit tiefer Atmung. Die 4-7-8-Methode hilft: 4 Sekunden einatmen, 7 halten, 8 ausatmen. Das senkt den Puls und damit die Nervosität. Achtsamkeit hält dich im Moment. Du konzentrierst dich auf deine Botschaft statt auf das Urteil des Publikums.

Stille aushalten

Viele fürchten Momente der Stille. Kurze Pausen machen deinen Vortrag aber sogar besser. Du sammelst deine Gedanken, und das Publikum verarbeitet, was du gerade gesagt hast. Hetz nicht. Übe, bewusst Pausen zu setzen, damit wichtige Punkte wirken.

Einwände vorwegnehmen

Bereite Antworten auf mögliche Fragen und Einwände vor. Wer auf Bedenken vorbereitet ist, tritt sicherer auf und wird nicht überrumpelt. Leg dir außerdem einen Plan B für Technikausfälle zurecht. Nimm etwa vorab Abschnitte auf, falls Teile der Live-Demo streiken.

Die eigene Haltung ändern

Wechsle die Perspektive: Du teilst etwas, statt eine Show abzuliefern. Deine Aufgabe ist es, eine Lösung zu vermitteln. Eine perfekte Performance ist nicht gefragt. Fehler passieren. Wie du damit umgehst, zählt oft mehr als der Fehler selbst. Wer ruhig, bescheiden und fokussiert bleibt, fängt jeden Ausrutscher auf.

Praktische Tipps für Präsentationen vor Ort und remote

Vor Ort:

Technik testen: Teste vor dem Eintreffen des Publikums alles, was du nutzt: Beamer, Mikrofone, Laptops. Stell sicher, dass alles reibungslos läuft, damit es während der Präsentation keine Pannen gibt. Hab nach Möglichkeit einen Plan B für Technikausfälle, zum Beispiel einen zweiten Laptop oder ausgedruckte Unterlagen.

Den Raum kennenlernen: Finde heraus, wo dein Publikum sitzt. Sprichst du vor einer großen Gruppe in Stuhlreihen oder vor einer kleinen Runde am Tisch? Danach richtest du Körpersprache und Blickkontakt aus. So erreichst du die Gruppe besser.

Den Raum nutzen: Bleib nicht an einer Stelle stehen. Beweg dich sicher durch den Raum und sprich verschiedene Teile des Publikums an. Das hält die Präsentation lebendig, und deine Botschaft bleibt besser hängen. Achte nur darauf, dass deine Bewegungen natürlich wirken und nicht hektisch.

Handouts und Unterlagen planen: Wenn du Handouts oder Zusatzmaterial nutzt, verteile es gezielt. Gib es am Anfang, nach wichtigen Punkten oder am Ende aus, damit es nicht vom Vortrag ablenkt. Du kannst es auch im Nachgang schicken.

Weitere Best Practices findest du hier: presales-handbook.com/playbook/demo (öffnet in neuem Tab)

Remote:

Mit einem Technikcheck starten: Prüfe mindestens 15 bis 30 Minuten vorher Internetverbindung, Ton und Video. So weißt du, dass alles läuft. Bitte jemanden aus deinem Team, früher dazuzukommen. Macht zusammen einen kurzen Test aller Funktionen, auch Bildschirmfreigabe und Chat.

Ruhiger Hintergrund und gutes Licht: Such dir einen ruhigen Ort mit einem schlichten, professionellen Hintergrund. Das Licht sollte von vorne kommen, nicht von hinten. So vermeidest du dunkle Schatten und Überbelichtung. Eine gut ausgeleuchtete, aufgeräumte Umgebung lenkt den Blick auf dich und deinen Inhalt. Mehr dazu unter presales-handbook.com/tools/homeoffice-setup (öffnet in neuem Tab)

Fragen jederzeit zulassen: Bitte dein Publikum, Fragen im Chat zu stellen oder die Q&A-Funktion zu nutzen. Das hält die Teilnehmer bei der Sache und bringt einen Dialog in Gang. In kleinen Runden können sich die Leute einfach entstummen und direkt fragen.

Sichtbar und präsent bleiben: Lass deine Kamera die ganze Zeit an. So baust du auch virtuell eine Beziehung auf und hältst Blickkontakt. Ermutige dein Publikum, es dir gleichzutun. Das kommt einem echten Treffen näher und hält alle aufmerksam.

Interaktive Tools nutzen: Die meisten Meeting-Plattformen bieten interaktive Funktionen wie Umfragen, Breakout-Räume und Chat. Nutze sie, um deine Präsentation aufzulockern. So bleibt das Publikum dabei und beteiligt sich aktiv.

Weitere Best Practices findest du hier: presales-handbook.com/playbook/demo (öffnet in neuem Tab)

Vortrag auf einer Veranstaltung:

Früh da sein und die Bühne ablaufen: Komm früh zum Veranstaltungsort und lauf die Bühne ab, bevor das Publikum kommt. So bekommst du ein Gefühl für den Raum und wirst entspannter. Prüf Licht, Mikrofon und Bestuhlung. Dann weißt du, was dich erwartet, und kannst Bewegung und Stimme anpassen.

Den Erfolg im Raum visualisieren: Nimm dir ein paar Minuten, um dir deinen Erfolg vorzustellen. Sieh dich, wie du souverän sprichst, positives Feedback bekommst und deine Ziele erreichst. Diese mentale Probe beruhigt die Nerven und stimmt dich positiv ein.

Vor dem Start mit dem Publikum reden: Bevor du auf die Bühne gehst, plaudere ein paar Minuten mit Teilnehmern. Solche lockeren Gespräche brechen das Eis. Das Publikum wirkt danach vertrauter. Vor Menschen, mit denen du kurz gesprochen hast, redet es sich leichter.

Starke Körpersprache: Strahle auf der Bühne mit offener, selbstbewusster Haltung Autorität und Ruhe aus. Steh aufrecht und halte Blickkontakt mit verschiedenen Teilen des Publikums. Unterstreiche wichtige Punkte mit den Händen. Power Poses vor dem Auftritt stärken zusätzlich dein Selbstvertrauen.

Stark einsteigen: Hol dir die Aufmerksamkeit von der ersten Sekunde. Nutze eine mutige These, eine Frage zum Nachdenken oder eine persönliche Geschichte. Ein starker Einstieg fesselt deine Zuhörer. Wenn du siehst, dass sie positiv reagieren, gibt dir das früh Selbstvertrauen.

Tempo und Pausen: Wer nervös ist, spricht oft zu schnell. Sprich bewusst langsamer, vor allem bei wichtigen Punkten. Gezielte Pausen helfen dir, die Gedanken zu sammeln. Das Publikum hat Zeit, deine Botschaft aufzunehmen. Außerdem wirkst du sicher und souverän.

Bewegung einbauen: Beweg dich natürlich und mit Absicht über die Bühne. Das hält das Publikum bei der Stange. Steh nicht zu lange an einem Fleck. Lauf aber auch nicht ständig hin und her, das lenkt ab. Geh bewusst auf verschiedene Bereiche des Publikums zu. So erreichst du den ganzen Saal.

Bis in die letzte Reihe sprechen: Auch vor großem Publikum gilt eine einfache Regel. Sprich so, dass alle dich klar hören, auch in der letzten Reihe. Das hält deine Energie hoch, und deine Botschaft kommt überall an. Sprich nicht zu leise und verlass dich nicht zu sehr aufs Mikrofon.

Blickkontakt mit einzelnen Menschen: Lass den Blick nicht ziellos über die Menge schweifen. Schau einzelne Personen für ein paar Sekunden an, während du sprichst. Das macht deinen Vortrag persönlicher und schafft Verbindung. Wechsle dabei ab, damit du Leute in allen Teilen des Raums erreichst.

Geschichten und persönliche Anekdoten: Bau Geschichten oder eigene Erfahrungen in deinen Vortrag ein. So wird deine Botschaft greifbar und bleibt hängen. Geschichten machen komplexe Ideen verständlich und schaffen eine emotionale Verbindung. Genau die brauchst du auf der Bühne.

Plan B für Technikprobleme: Wenn du Folien oder Technik einsetzt, hab immer einen Plan B. Sei notfalls bereit, ohne visuelle Hilfen zu sprechen. Nimm ausgedruckte Notizen und einen USB-Stick mit deiner Präsentation mit. Oder lern die Kernpunkte auswendig, damit du auch bei einem Technikausfall weitermachen kannst.

Mit einem Call to Action oder einem starken Schluss enden: Achte auf das Ende deines Vortrags. Beende ihn mit einem klaren Call to Action oder einem Schluss, der hängen bleibt. Fasse deine Kernpunkte zusammen. Gib dem Publikum eine Frage zum Nachdenken oder einen motivierenden Gedanken mit. Ein starkes Ende sorgt dafür, dass deine Botschaft lange nachwirkt.

Fragerunden üben: Wenn es eine Fragerunde gibt, übe, souverän zu antworten. Überleg dir, welche Fragen zu deinem Thema kommen könnten. Wenn du eine Antwort nicht weißt, sag das ehrlich und biete an, dich nachträglich zu melden. Eine gut geführte Fragerunde stärkt deine Glaubwürdigkeit.

Networking nach dem Vortrag: Nimm dir nach deinem Vortrag Zeit, mit Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Beantworte Fragen, hol dir Feedback und knüpfe weiter Kontakte. Das kann genauso wichtig sein wie der Vortrag selbst. Es festigt Beziehungen und hinterlässt einen bleibenden guten Eindruck.

Fazit

Benenn zuerst deine eigene Angst: Bewertung, Perfektionismus oder ungewohnte Technik. Dann wähl die Techniken, die dagegen helfen. Atmung, Pausen, vorbereitete Antworten und der Wechsel vom Vorführen zum Teilen beruhigen die Nerven.

Das wirkt bei der entscheidenden Demo vor Ort und im Remote-Meeting. Übe die Techniken regelmäßig. Dann fällt dir jede Präsentation leichter.

Dr. Johannes Hangl mit dem PreSales Handbook

Über den Autor

Dr. Johannes Hangl

Presales-Leader mit über zehn Jahren in B2B-Software. Ich schreibe darüber, was in echten Deals funktioniert: Discovery, Demos und die menschliche Seite im Vertrieb.

Auf LinkedIn folgen (öffnet in neuem Tab)Mehr über mich

Feedback oder Fehler melden

Fehler gefunden oder eine Idee? Jede Meldung wird ein Ticket, das ich abarbeite.

Worum geht es?

10 bis 4000 Zeichen. Bitte lass persönliche Daten weg.

Deine Nachricht wird als GitHub-Issue gespeichert, ohne deine E-Mail-Adresse. Details stehen in der Datenschutzerklärung.