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Karriere & Führung

Was herausragende Presales-Profis vom Rest unterscheidet

Was gute von herausragenden Presales-Leuten unterscheidet: Verbindung, Storytelling, Ehrlichkeit, starke Discovery und Mut zu harter Qualifizierung.

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Was einen kompetenten von einem herausragenden Profi unterscheidet, ist mehr als Können. Haltung, Strategie und Umsetzung zählen genauso.

Das sind die Unterschiede, die ich am häufigsten sehe:

Die Kunst, eine Verbindung aufzubauen

Ein durchschnittlicher Presales-Profi weiß, wie man eine Präsentation hält. Ein herausragender weiß, wie man eine Verbindung aufbaut. Die Beziehung zum Interessenten kommt zuerst. Alles andere im Verkaufsprozess baut darauf auf. Die Besten schaffen echte Verbindungen. Sie verstehen die Bedürfnisse und Gefühle ihres Publikums und stimmen ihre Kommunikation darauf ab.

Praxistipp: Setz auf Empathie. Bevor du die Features (Produktfunktionen) zeigst, nimm dir Zeit für die Herausforderungen des Kunden. Mit diesem Verständnis machst du deine Präsentation relevant für ihn.

Storytelling statt Feature-Verkauf

Viele Presales-Profis konzentrieren sich auf die technischen Seiten eines Produkts. Herausragende machen aus Features Geschichten. Sie wissen: Käufer interessiert, was das Produkt für sie tut. Die Geschichte zeigt, wie die Lösung die Pain Points (konkrete Probleme) des Kunden löst. Dann bleibt die Präsentation im Gedächtnis.

Praxistipp: Entwickle ein paar Kerngeschichten zu typischen Kundenproblemen. Übe, sie mit Schwung und Klarheit zu erzählen. Knüpf sie immer an die Lage des Kunden an.

Kompromisslose Ehrlichkeit

Vertrauen trägt jede Kundenbeziehung. Und Vertrauen entsteht durch Ehrlichkeit. Gute Presales-Leute übertreiben nie und versprechen nichts, was sie nicht halten können. Sie sagen offen, was ihre Lösung kann und was nicht. Das macht sie glaubwürdig. Es schafft auch realistische Erwartungen. So werden Kunden zufriedener und Beziehungen halten länger.

Praxistipp: Sprich die Grenzen deiner Lösung offen an. Zeig dann, wie du mit dem Kunden damit umgehst. Das kann eine Alternative sein, eine Anpassung oder ein frühes Gespräch über Erwartungen.

Warum die Discovery so wichtig ist

Mit der Discovery (Bedarfsklärung) steht und fällt der Verkaufsprozess. Eine gründliche Discovery zeigt dir, was der Kunde braucht, womit er kämpft und was er erreichen will. Stell die richtigen Fragen und hör genau zu. Dann bekommst du die Erkenntnisse, die du brauchst. Damit schneidest du Lösung und Präsentation auf das zu, was dem Kunden am wichtigsten ist. So bereitest du einen überzeugenden Pitch vor. Und du wirst zum vertrauten Partner statt zu einem weiteren Anbieter.

Praxistipp: Gib der Discovery Vorrang. Bereite Fragen vor: zur aktuellen Lage des Kunden, zu seinen Pain Points, zu den gewünschten Ergebnissen und zum Entscheidungsprozess. Hör im Discovery-Meeting aktiv zu und mach ausführliche Notizen. Du brauchst sie später, um deinen Pitch anzupassen.

Hart qualifizieren, um dich auf die richtigen Opportunities zu konzentrieren

Nicht jeder Lead (Kontakt mit Kaufinteresse) lohnt sich. Starke Presales-Leute qualifizieren Opportunities (Verkaufschancen) gewissenhaft. Wer sich auf die richtigen Interessenten konzentriert, gewinnt öfter. Harte Qualifizierung lenkt Zeit und Ressourcen auf Interessenten, die ins Zielprofil passen. Diese Interessenten haben echten Bedarf und kaufen wahrscheinlich. Du arbeitest effizienter. Und mehr deiner Projekte gelingen.

Praxistipp: Bau dir ein Qualifizierungs-Framework. Es enthält Kriterien wie Budget, Entscheidungsbefugnis, Bedarf und Zeitplan (BANT (öffnet in neuem Tab)). Nutze außerdem die Functional Technical Qualification (FTQ (öffnet in neuem Tab)). Wende das Framework auf jeden Lead an. Und scheu dich nicht, Deals (Verkaufsprojekte) abzulehnen, die die Kriterien nicht erfüllen.

Proaktiv vorbereiten

Die Besten bereiten das Gespräch vor, bevor es stattfindet. Sie sehen Fragen voraus und entkräften Einwände, bevor sie aufkommen. Sie lenken das Gespräch so, dass der Wert ihrer Lösung sichtbar wird. Dafür braucht es gründliche Recherche. Und du musst das Produkt und die Branche des Kunden gut kennen.

Praxistipp: Liste vor jeder Demo mögliche Einwände auf und bereite Antworten vor. Das zeigt Kompetenz. Und der Kunde gewinnt Vertrauen in dich.

Limbic Persona-based Selling

Kunden reagieren unterschiedlich auf Emotionen und entscheiden unterschiedlich. Mit Limbic Persona-based Selling stimmst du deinen Ansatz auf das emotionale und psychologische Profil des Kunden ab. Du ordnest Kunden nach ihren dominanten limbischen Merkmalen ein. Sie sind analytisch, sicherheitsorientiert oder von Neuem und Spannung angetrieben. Dann passt du Botschaft und Auftreten an. So kommt der Pitch besser an.

Praxistipp: Finde früh die limbische Persona deines Kunden heraus. Beobachte genau und stell gezielte Fragen. Richte deinen Pitch dann auf die emotionalen Treiber aus, die seine Entscheidung am ehesten beeinflussen.

Die Kraft von Picture Pitches

Bilder vermitteln eine Botschaft schneller als Text. Ein Picture Pitch ist eine Präsentation, die vor allem auf Bilder und Diagramme setzt und kaum Text enthält. Er macht komplexe Ideen verständlicher und einprägsamer. Gezielt eingesetzt, vermitteln Bilder die wichtigsten Punkte schnell. Und das Publikum behält sie.

Praxistipp: Bau Bilder ein, die wichtige Punkte oder Daten zeigen. Nutze einfache, klare Bilder, die deine Geschichte stützen. Überlade Folien nicht mit Informationen. Die Bilder sollen stützen, was du sagst, ohne dein Publikum zu erschlagen.

Pausen gezielt einsetzen

Das Tempo einer Präsentation zählt. Gut gesetzte Pausen halten das Publikum bei der Stange. Sie geben ihm Zeit, das Gehörte zu verarbeiten. Eine Pause kann ganz einfach sein, etwa eine Fragerunde oder ein interaktives Element. Manche lassen nach einem wichtigen Punkt einen Moment Stille. Gut getimte Pausen verhindern Informationsflut und halten die Energie hoch.

Technisches Wissen plus Geschäftssinn

Ein durchschnittlicher Presales-Profi kennt das Produkt in- und auswendig. Ein herausragender versteht auch, wo es ins Geschäft des Kunden passt. Er kann erklären, welche Geschäftsergebnisse die Lösung bringt. Und er kann zeigen, welche technischen Probleme sie löst. Wer technische Vorteile in Geschäftswert übersetzt, gewinnt Deals.

Praxistipp: Verfolge Branchentrends und überleg, wie deine Lösung größere Geschäftsziele beeinflusst. Verknüpfe in Präsentationen Features mit konkreten Geschäftsergebnissen, die deinem Publikum wichtig sind.

Ständig lernen und sich anpassen

Die besten Presales-Profis hören nie auf zu lernen. Sie holen sich Feedback, verfolgen Branchentrends und verfeinern ihren Ansatz. So bleiben sie relevant und wirksam, auch wenn sich der Markt verändert.

Praxistipp: Nimm dir jede Woche Zeit für deine Weiterbildung. Lies Branchennews, besuche Webinare oder hol dir Feedback von Kollegen und Kunden. Diese Gewohnheit hält dich wach.

Zusammenarbeit und Teamwork

Presales ist kein Einzelspiel. Starke Presales-Leute arbeiten eng mit Sales, Marketing und Produkt zusammen. So ziehen vor dem Kunden alle an einem Strang. Sie wissen, dass Erfolg vom ganzen Team kommt, und gestalten eine gemeinsame Strategie mit.

Praxistipp: Bau gute Beziehungen zu deinen Kollegen auf. Sprich regelmäßig mit Sales und Produkt, damit alle auf dem gleichen Stand sind. Teile Erkenntnisse, die die Vertriebsstrategie verbessern könnten.

Emotionale Intelligenz und Empathie

Hohe emotionale Intelligenz (EQ) merkt man im Raum. Wer sie hat, spürt die Stimmung und passt seinen Stil an. Er geht auf die emotionalen Bedürfnisse seiner Kunden ein. So baut er schnell Vertrauen auf und bleibt bei Einwänden ruhig. Er lenkt Gespräche zu guten Ergebnissen, ohne aufdringlich zu wirken.

Praxistipp: Übe in Kundengesprächen aktives Zuhören. Marshall B. Rosenbergs Gewaltfreie Kommunikation (öffnet in neuem Tab) ist der beste Weg, das zu lernen. Achte auf den Inhalt und auf die Gefühle hinter den Worten. Pass deinen Ansatz an die Signale an, die du wahrnimmst.

Sich auf verschiedene Stakeholder einstellen

In komplexen Verkaufsprozessen hast du meist mit mehreren Stakeholdern (Beteiligten) zu tun. Jeder hat andere Prioritäten und Sorgen. Gute Presales-Leute passen ihre Botschaft an jeden Entscheider an. Das kann ein technischer Leiter sein, ein CFO oder ein Endanwender. So steigt die Chance, dass die Lösung zum ganzen Buying Center (Einkaufsgremium) passt.

Praxistipp: Kartiere die Stakeholder, die an der Entscheidung beteiligt sind. Finde für jede Schlüsselperson die wichtigsten Anliegen heraus. Bereite dazu Gesprächspunkte für deine Präsentation vor.

Follow-up und Beziehungspflege

Die Beziehung zum Kunden endet nicht nach der Demo. Im Follow-up (Nachfassen) bleiben viele Deals am Leben. Dazu gehören persönliche Unterlagen, Antworten auf offene Fragen und ein laufender Dialog. Das hält den Schwung. Und deine Lösung bleibt im Kopf.

Praxistipp: Schick nach jeder Demo eine Follow-up-Mail. Fass die wichtigsten Punkte zusammen, füge passende Unterlagen bei und skizziere die nächsten Schritte. Stimm die Mail auf die Interessen und Bedenken des Kunden ab.

Kreativ Probleme lösen

Manche Herausforderungen brauchen eine ungewöhnliche Antwort. Vielleicht passt du eine Lösung an einen besonderen Kundenbedarf an. Oder du entkräftest einen Einwand auf neue Weise. So werden aus möglichen Dealbreakern Chancen. Das hebt gute Presales-Leute ab und bringt dem Kunden echten Wert.

Praxistipp: Brainstorme mit deinem Team zu häufigen Einwänden oder besonderen Kundenproblemen. Gemeinsam findet ihr Ansätze, die euch vom Wettbewerb abheben.

Anwalt des Kunden

Im eigenen Unternehmen setzen sich die Besten für ihre Kunden ein. Sie sorgen dafür, dass Produktmanagement, Entwicklung und Sales die Bedürfnisse des Kunden klar verstehen. So fühlt sich der Kunde gehört. Und die Lösung entwickelt sich in eine Richtung, die ihm dient.

Praxistipp: Sei in internen Meetings die Stimme des Kunden. Sammle regelmäßig Feedback von deinen Kunden. Stell es deinen Produkt- und Entwicklungsteams vor, damit die Lösung den Bedarf der Kunden trifft.

Fazit: Von gut zu großartig

Herausragende Presales-Profis verbinden Soft Skills, strategisches Denken und einen hohen Anspruch an die eigene Arbeit.

Konzentrier dich auf Verbindung, Storytelling, Vorbereitung und ständiges Lernen. Dann wird deine Presales-Arbeit von gut zu großartig.

Frag dich immer wieder: „Wie kann ich meinem Kunden und meinem Team mehr Wert bieten?“ Und dann handle danach.

Dr. Johannes Hangl mit dem PreSales Handbook

Über den Autor

Dr. Johannes Hangl

Presales-Leader mit über zehn Jahren in B2B-Software. Ich schreibe darüber, was in echten Deals funktioniert: Discovery, Demos und die menschliche Seite im Vertrieb.

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